Wettanbieter ohne Steuer: Wo die 5,3 % landen und wen sie treffen
Stand: 30. Oktober 2026 · Erlaubnisse geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder

Warum „ohne Steuer“ nie heißt, dass keine Steuer anfällt
Der Satz, mit dem die ganze Debatte steht oder fällt, ist unspektakulär: Die Sportwettensteuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Mensch, der sie abgibt. Das steht so im Rennwett- und Lotteriegesetz, und es ist der Grund, warum die Suche nach einem Anbieter ohne Steuer eine Suche nach einer Werbeformulierung ist und nicht nach einem Steuerschlupfloch. Die Steuer wird seit dem 1. Juli 2012 in Deutschland erhoben. Ob ein Buchmacher sie selbst trägt oder sie an einer Stelle weiterreicht, die der Wettschein nicht auf den ersten Blick zeigt, entscheidet er allein.
Genau daraus folgt der zweite Teil, der in den Vergleichsartikeln dieser Nische fast immer fehlt. „0 % Wettsteuer“ ist keine Angabe über den Preis. Es ist eine Angabe darüber, wer bucht. Ein Anbieter, der die Steuer übernimmt, hat sie bereits vorher bezahlt — über eine Quote, die einen Tick kürzer ist als die des Nachbarn, über eine reduzierte Auszahlungsquote oder über einen Abschlag im Gewinnfall. Ein Anbieter, der sie ausweist, rechnet sie offen auf den Einsatz. Beide Wege enden beim selben Betrag, nur an verschiedenen Stationen des Wettscheins.

Und dann ist da der Punkt, an dem die Sache erst interessant wird: Der deutsche Erlaubnisrahmen schreibt Limits, Verifikation und Zahlungswege vor, die ein Anbieter außerhalb dieses Rahmens nicht kennt. Wer ohne deutsche Erlaubnis wirbt, wirbt mit einem Produkt, das in Deutschland nicht veranstaltet werden darf — und mit Bedingungen, die kein deutscher Veranstalter anbieten könnte, selbst wenn er wollte. Steuerfreiheit ist dort kein Vorteil, den man verteidigt. Sie ist ein Nebeneffekt davon, gar nicht im System zu sein.
Was ein Anbieter tatsächlich mit der Steuer macht, lässt sich bei jedem einzelnen nachlesen — in den Wettregeln, den AGB, den spielrelevanten Informationen. Das ist Handarbeit, und sie lohnt sich, weil die Unterschiede zwischen „wir tragen sie“, „wir ziehen sie ab“ und „wir schlagen sie auf die Quote“ für den Kontostand nicht gleich aussehen.
Was die 5,3 % sind und was hier gerechnet wird
Bevor Zahlen fallen, gehört die Bezugsgröße geradegerückt, weil sie in fast jedem Werbetext falsch steht. Die Steuer beträgt 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“. Umgerechnet auf den Betrag, den der Spieler einzahlt und einsetzt, sind das rund 5,03 %. Das ist keine Haarspalterei, sondern der ganze Grund, warum Anbieter mit 5 % werben und am Wettschein dann etwas anderes passiert. „5,3 % des Einsatzes“ zu schreiben, wie es reihenweise Ratgeber tun, ist schlicht falsch.
Rechnen wir das an einem Beispiel durch, das niemandem als Preis untergeschoben wird: 100 € Einsatz auf eine Einzelwette mit Quote 2,00. Der Bruttogewinn beträgt 200 €, der Netto-Gewinn bei unveränderter Quote 100 €.
Der Steueranteil von rund 5,03 % auf den eingezahlten Betrag liegt bei etwa 5,03 %. Auf 100 € gerechnet sind das ungefähr 5 €, und der Anteil bewegt sich je nach Rundung der Quoten zwischen etwa 4,80 € und 5,30 €. Die Spanne ist kein Ausweichmanöver, sondern die ehrliche Antwort: Wie viel der Steuerbetrag am Ende auf dem Wettschein ausmacht, hängt davon ab, an welcher Stelle der Anbieter sie einbaut — auf der Quote, im Gewinn oder im Einsatz — und wie er dabei rundet. Bei einer Quote von 2,00 und einem Abschlag von 5,3 % auf die Auszahlung bleiben von 200 € rund 189,40 € übrig. Der Gewinn schrumpft dabei von 100 € auf etwa 89,40 €, die Reduktion liegt also bei etwa 10,60 % des Gewinns und nicht bei den 5,3 %, die im Werbetext stehen. Wer rechnet, merkt das selbst. Wer nur liest, merkt nichts.
Der Punkt ist nicht der Betrag. Der Punkt ist, dass zwei Anbieter mit demselben Steuersatz zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, weil sie den Abschlag an unterschiedlicher Stelle ansetzen. Deshalb ist der ganze Vergleich hier keine Steuerfrage, sondern eine Frage der Rechenwege.
Wo ein Quotenabschlag hingehört — und was er dort kostet
Die Mechanik hat drei mögliche Ansatzpunkte, und jeder hinterlässt eine andere Spur.
Der erste ist der Einsatz. Der Anbieter weist die Steuer gesondert aus und zieht sie zusätzlich ab. Bei Wettarena ist das laut den spielrelevanten Informationen der Fall: außer dem Wetteinsatz und der gesondert ausgewiesenen Steuer — 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer — fallen keine weiteren Kosten für die Teilnahme an. Der Vorteil dieser Variante ist, dass der Wettschein vorher zeigt, was kommt. Der Nachteil ist, dass man als Spieler sofort merkt, dass man mehr zahlt, als man eigentlich setzen wollte.
Der zweite ist die Quote. Der Anbieter trägt die Steuer, rechnet sie aber in seine Preise ein. Winamax bewirbt diesen Weg als „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Interwetten geht offener damit um: Laut den AGB trägt das Unternehmen die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen. Vom Einsatz wird nach den AGB nichts abgezogen. Das klingt im ersten Moment sauberer, als es ist: Die Quote, die man im Wettschein sieht, ist bereits die abgeschlagene.
Der dritte ist der Gewinn. Hier zahlt der Verlierer nichts, was psychologisch das stärkste Verkaufsargument der Branche ist. Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns aus Einsatz mal Quote vom Gewinn ein. Der Hausvorteil an einem steuerfreien Verlusttag ist rechnerisch null. An einem Tag mit Treffern ist er zweistellig.
Sachlich sind die drei Wege für jeden Spieler gleich teuer, der langfristig ungefähr so viel gewinnt wie er verliert. Es gibt keinen Anbieter, der die Steuer nicht zahlt. Es gibt nur Anbieter, die andere Stellen wählen, an denen sie ankommt.
Warum ein Abschlag in der Quote weniger weh tut, als er aussieht
Der Quotenabschlag ist der schwierigste Fall im ganzen Vergleich, weil er nirgends als Position auf dem Wettschein auftaucht. Er ist schon verdaut, wenn der Schein gedruckt wird — ein Vorteil für den Anbieter, der ihn einbaut, und ein Nachteil für jeden, der Preise vergleichen will.
Was er konkret wert ist, hängt von der Quote ab. Bei 1,20 fällt der Abschlag von 5,3 % praktisch nicht auf; bei 3,00 oder 5,00 macht er als Prozentsatz des Einsatzes betrachtet weniger aus, bezogen auf die hinzugewonnene Chance jedoch mehr, als der Werbetext suggeriert. Auf einen marginalen Satz heruntergerechnet ist der Unterschied klein. Über einige hundert Wetten betrachtet ist er es nicht, und weil Gewinnmitnahmen im Sportwettenmarkt selten sind, ist es der längere Zeitraum, auf den es ankommt.
Deshalb hat der Abschlag dort, wo er auf die Auszahlungsquote trifft, eine Nebenwirkung, die kein Marketing nennt: Er verschärft die Schwelle, ab der bestimmte Wetten überhaupt spielbar sind. Bei Interwetten lässt sich eine Wette mit einer Quote unter 1,10 nicht als Einzelwette platzieren; solche Tipps müssen als Kombi- oder Systemwetten gespielt werden. Das ist eine Regelfrage, keine Steuerfrage — und für jemanden, der eine knappe Absicherung als Einzelwette buchen wollte, ist sie die Schwelle, an der der Plan scheitert. Sie sagt nichts über die Höhe der Steuer, aber sie sagt etwas über die Art, wie ein Anbieter den Wettschein denkt.
Wie ein Spieler die drei Ausweisungen auf dem eigenen Wettschein unterscheidet
Es gibt einen Weg, den Rechenweg eines Anbieters herauszufinden, ohne eine einzige Informationstabelle zu lesen: auf den Wettschein schauen, bevor man ihn abschickt. Dort steht für gewöhnlich erst der Einsatz, dann das System, dann die ausgewählten Spiele, und danach die weiteren Posten.
Betway nennt die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem. Taucht sie als Zeile auf, wird sie auf den Einsatz aufgeschlagen. Steht sie nirgends und ist die Quote trotzdem auffällig kürzer als bei anderen Buchmachern für dasselbe Spiel, sitzt sie in der Quote. Erscheint sie weder noch und ist die Quote marktüblich, sitzt sie im Gewinn — und dann ist die Höhe der Auszahlung im Trefferfall die einzige Stelle, an der man sie noch sieht.
Diese Reihenfolge ist praktisch nützlich, weil sie sich an jedem beliebigen Tag mit zwei Minuten Aufwand prüfen lässt. Ein Beispiel mit 10 € auf eine Quote um 2,00 reicht, um zu sehen, ob der Abschlag im Einsatz, in der Quote oder im Gewinn liegt. Verlieren muss man dafür nicht viel: Der Schein selbst verrät die Konstruktion, lange bevor eine Auszahlung ansteht.
Was der Blick auf den Wettschein nicht leistet, ist der Vergleich der Auszahlungsquote eines Marktes über mehrere Anbieter hinweg. Dieser Vergleich gehört an eine Stelle, an der alle dieselbe Begegnung im Programm haben — und er verlangt, dass man Quoten und Steuerausweisung getrennt betrachtet, statt die Werbebotschaft mit der Rechnung zu verwechseln.
Warum Spielerschutz und Steuerthema zwei getrennte Baustellen sind
Ein Anbieter, der mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, hat an den Regeln für Einzahlungslimits, Verifikation und Spielersperre nichts geändert. Die Werbung betrifft eine Abgabe, die der Veranstalter ohnehin schuldet; die Schutzregeln betreffen das Konto des Spielers. Wer hier eine Verbindung sieht, sieht eine, die es nicht gibt.

Konkret, und nur für Anbieter mit deutscher Erlaubnis: Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Pro Anbieter gilt ein Konto mit vollständiger Verifikation; vor der Verifikation darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist der Übergangszustand, in dem viele Neukunden ihre ersten Wetten platzieren — und es ist der Zustand, in dem Gewinne noch nicht ausgezahlt werden. Wer in dieser Phase einen Treffer landet, sieht das Geld nicht sofort, sondern nach der Verifikation.
Das reguläre Einzahlungslimit liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Das ist der Punkt, an dem das Steuerthema dann wirklich Geld kostet: Wer ohnehin bei 1.000 € im Monat gedeckelt ist, für den sind 5 % Steuer auf einen einzelnen Einsatz eine kleine Zahl neben einer harten Grenze. Das Verhältnis kippt für Spieler mit großem Budget — dort wird die Steuer prozentual spürbarer als das Limit, das sie gar nicht berührt.
Ein Anbieter mit entsprechendem Erlaubnisumfang darf für einzelne Personen ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 €, und 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur auf nachweisbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 7 Tagen. Wer sein Limit senken will, hat es also sofort; wer es anheben will, wartet.
Das Spielersperrsystem OASIS ist das landesweite Register, das bei Registrierung und Anmeldung abgefragt wird. Eine Sperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h GlüStV untersagt und wird über die Aktivitätsdatei überwacht.
Hier ist der Punkt, an dem der Steuervergleich eine Grenze hat, die kein Anbieter wegdiskutieren kann: Wer sein Konto sperrt, für den ist die Steuer auf dem Wettschein irrelevant. Der eine Hebel, der einen Spieler schützt, hat nichts mit dem anderen zu tun, der seine Marge schützt.
Warum sich Werbung mit „0 % Wettsteuer“ anders liest, als sie rechnet
„0 %“ ist im Marketing die stärkste Zahl, weil sie eine Grenze markiert: null ist nicht wenig, null ist nichts. Auf einen Wettschein bezogen stimmt die Aussage für den Spieler nur in einem Sinn, und in diesem Sinn handelt es sich um eine Selbstverständlichkeit. Die Steuer ist eine Abgabe des Veranstalters. Dass sie nicht von der Person geschuldet wird, die die Wette abschickt, war nie anders.
Interessant wird die Aussage erst, wenn daneben eine Quote steht. Ein Anbieter mit einem Werbeslogan zur Steuerfreiheit und einer kürzeren Quote als der Mitbewerber auf dasselbe Sportereignis trägt die Steuer nicht auf eigene Kosten; er nimmt sie aus dem Preis. Das ist wirtschaftlich legitim — es ist ja sein Preis —, aber es ist keine Aussage über den Wert des Angebots.
Umgekehrt gibt es Anbieter, die die Steuerfreiheit offensiv ausspielen, ohne sie zu erwähnen. ODDSET gibt an, weder den Einsatz noch den Gewinn der Spielenden mit einem Steuerabzug zu belegen; Gewinne würden auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug ausbezahlt. Bemerkenswert ist die Formulierung, nicht die Aussage: „ohne jeden Abzug“ beschreibt eine Auszahlung, und über die Quote davor sagt sie nichts. Die Steuer kann in jedem einzelnen Preis stecken, und die Auszahlung wäre trotzdem vollständig.
Die ehrliche Lesart der Branche ist deshalb: Steuerfreiheit ist kein Merkmal eines Buchmachers, sondern ein Merkmal der deutschen Rechtslage. Die eigentliche Frage — trägt er sie oder reicht er sie weiter — beantwortet nur ein Blick in die eigenen Bedingungen, und diese Bedingungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.
Die Sportwettensteuer in Zahlen: Was der Fiskus einnimmt
Die Steuer ist kein Nischenphänomen, das nur Buchmacher und Finanzamt betrifft. Wer sie trägt, ist Teil einer Branche, die einen relevanten Betrag an den Staat abführt.
Im Jahr 2023 gingen die steuerlichen Einnahmen aus Sportwetten in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 409 Millionen Euro zurück. Zehn Jahre vorher — 2013 — hatten sie 189 Millionen Euro betragen. Damit lagen die Einnahmen 2023 um 116,8 % höher als zehn Jahre zuvor. Ein Rückgang im Vorjahresvergleich und ein Zuwachs über ein Jahrzehnt sind kein Widerspruch: Der Markt ist gewachsen, das Steueraufkommen misst aber nur den Teil, der tatsächlich im deutschen Regime veranstaltet wurde.
Zum Vergleich mit anderen Glücksspielarten: Die gesamten Steuereinnahmen aus Glücksspiel in Deutschland betrugen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro, ein Minus von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Lotteriesteuer machte mit rund 1,77 Milliarden Euro 71 % davon aus. Sportwetten liegen mit 409 Millionen Euro also weit unter den Lotterien, aber in derselben Größenordnung wie viele Einzelsparten zusammen — Grund genug, warum Anbieter jeden Prozentsatz sorgfältig platzieren.
Was diese Zahlen für den Vergleich bedeuten, ist simpel und oft übersehen: Die Steuer wird auf jede Wette fällig, unabhängig davon, ob sie gewonnen wird. Der Anbieter führt mehr ab, als er selbst abgibt. Das ist der Grund, warum kein Anbieter die Steuer „wegschenken“ kann — und warum der Abschlag, egal an welcher Stelle, wie ein Selbstkostenanteil durch die Branche läuft.
Woran man einen erlaubten deutschen Anbieter erkennt
Die einzige belastbare Prüfung einer Erlaubnis ist die offizielle Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Nicht entscheidend sind eine prominente Domain, die Farbe des Logos, die Zahl der beworbenen Märkte oder ein Verweis auf eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta — diese haben in Deutschland keine Bedeutung.
Die Whitelist führt Erlaubnisse ohne Enddatum aus. Ein Anbieter, der mit einem Ablaufdatum wirbt, das die Liste nicht hergibt, behauptet etwas, das sich nicht prüfen lässt. Ein Erstabkommen hat eine Laufzeit von fünf Jahren nach § 4c Abs. 1 — aber was auf der Liste steht, ist das Erteilungsdatum, nicht das Datum, an dem eine Erlaubnis ausläuft.
Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird: Nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain darf Sportwetten annehmen. Ein Halter, der zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele hat, hat damit keine Erlaubnis für Sportwetten auf einer anderen Seite. Wetten und Casino sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln.
Und schließlich: Auch unerlaubte Anbieter können Steuer zahlen. Eine gezahlte Sportwettensteuer ist kein Beleg für eine Erlaubnis, sondern nur dafür, dass abgeführt wurde. Der Umkehrschluss — keine Steuer, keine Erlaubnis — funktioniert ebenso wenig.
Die zehn Anbieter in der Übersicht
Wer mit diesen Regeln auf die Whitelist schaut, findet eine Liste, die sich zwischen „seit 2020 dabei“ und „erst seit 2024 dabei“ aufteilt. Das ist kein Qualitätsmerkmal: Eine spätere Erlaubnis zeigt schlicht einen späteren Markteintritt, und ein Halter mit Erlaubnis seit dem ersten Erteilungsschub hat nicht mehr Rechte als einer mit späterer Erlaubnis. Was zählt, ist die eingetragene Domain und der Halter, der dort steht.
| Anbieter | Halter laut Whitelist | Sporterlaubnis seit | Erlaubnisumfang |
|---|---|---|---|
| 888sport | 888 Germany Limited | 30.06.2021 | Folgeerlaubnis 15.12.2022, Sportwetten |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 | Folgeerlaubnis 16.12.2022, Sportwetten |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | 30.06.2021 | Folgeerlaubnis 27.12.2022, Sportwetten |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 | Sportwetten seit 21.10.2024, virtuelle Automatenspiele seit 27.02.2023 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis 21.12.2022, Sportwetten |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis 22.12.2022, Sportwetten |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis 21.12.2022, Sportwetten |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited | 19.11.2020 | Folgeerlaubnis 16.12.2022, Sportwetten |
| bwin | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis 23.12.2022, Sportwetten |
Die Liste zeigt, was sie zeigen kann, und nicht mehr. Aus dem Erteilungsdatum lässt sich kein Rückschluss auf die Quote ziehen, und aus der Reihenfolge in einer Tabelle keine Rangfolge. Die Halterstruktur ist bei vier Anbietern identisch — alle seit dem 09.10.2020 — und bei anderen verschoben, was an der Reihenfolge der Whitelist nichts ändert, weil diese keine Rangfolge kennt.
Die Sportwettensteuer in der Praxis: Was sie an Markets und Grenzen mitbringt
Wer den Steuerweg eines Anbieters vergleicht, stößt zwangsläufig auf den zweiten deutschen Sonderweg, der den Vergleich härter trifft als die Steuer selbst: das zugelassene Wettprogramm.
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombiwetten nach § 21 Abs. 1 GlüStV. Erlaubt ist außerdem nur, was die GGL in ihrem Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 zugelassen hat. Ein Vergleich, der nur Quoten nebeneinanderstellt und die zugelassenen Wettarten ignoriert, vergleicht Angebote, die es in Deutschland teilweise gar nicht geben darf.
Livewetten sind nach § 21 Abs. 4 stark eingeschränkt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gesetzt werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist zulässig, der nächste Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, welche Live-Märkte auf einem Wettschein überhaupt auftauchen können — und wer einen Quotenvergleich über Live-Märkte führt, ohne diese Grenze zu kennen, vergleicht Märkte, die ein erlaubter Anbieter nicht anbieten darf.
Nicht erlaubt sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen; nach der Praxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Ebenfalls nicht erlaubt sind manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport ist nach Angaben der GGL nicht als Sport anerkannt; ein erlaubtes E-Sport-Wettangebot gibt es in Deutschland nicht.
Was die Auszahlung angeht, ist eine Regel für den Steuervergleich wichtiger als sie aussieht: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein Anbieter mit Quotenabschlag kann also nicht durch frühe Auszahlungen punkten, weil die Regel für alle gilt. Ein gesetzliches Einsatzlimit pro Wette existiert im Sportwettenbereich nicht — die Grenzen entstehen aus dem Einzahlungslimit und aus den Regeln des einzelnen Anbieters.
Cash Out findet im deutschen Regelwerk keine eigene Grundlage; er ist ein Merkmal des jeweiligen Anbieters und ändert an der Steuerabwicklung des Wettscheins nichts. Interwetten nimmt Cash-Out-Gewinne von der Reduktion um 5,3 % aus — eine Detailregel, die nur dort gilt, wo sie steht.
Was von der Quote, vom Markt und vom Auszahlungsbetrag übrig bleibt
Ein steuerlicher Abschlag ist keine Nebensache auf einem Markt, auf dem der Anbieter bereits einen Quotenschlüssel unter 100 % ansetzt. Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt; die Marge ist 100 % minus dieser Quote. Beide Größen sind Markttermini und stehen in keinem Gesetz — sie beschreiben, was ein Markt kostet.
Für die Steuer heißt das: Der Abschlag von 5,3 % liegt nicht auf einem vollen Euro, sondern auf einem Euro, von dem der Anbieter schon seinen Anteil genommen hat. Über den Samstag hinweg addieren sich Quotenschlüssel und Steuer zu einer Größe, die kein Werbetext nennt, weil sie nicht als Position auftaucht. Genau deshalb gehört sie hierhin: nicht als Vorwurf, sondern als Fakt für jeden, der den langfristigen Ertrag einer Strategie abschätzen will.
Wie sich die Steuer zu Zahlungswegen und Kontogrenzen verhält
Es gibt im deutschen Rahmen nur Zahlungswege, die zu einem auf den Namen des Spielers lautenden Zahlungskonto bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut führen. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig, und genau das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Die Frage nach „Wettanbietern ohne Steuer mit PayPal“ führt daher in ein schmaleres Feld, als es auf den ersten Blick scheint: Es geht nicht um günstigere Zahlungswege, sondern darum, welche Zahlungswege nach § 6b Abs. 4 GlüStV überhaupt zulässig sind.
Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Angelegenheit und nur aus seinen Bedingungen ersichtlich. Ein Beispiel, das die Bandbreite zeigt: Sportwetten.de führt Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte (Visa und Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; für alle ist „Keine“ Gebühr und „Sofort“ als Bearbeitung angegeben, als Mindestbetrag 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet — was praktisch bedeutet, dass das Konto auf den eigenen Namen laufen muss, und das gilt nicht nur bei diesem Anbieter, sondern im Rahmen der GlüStV-Regeln allgemein.
Bei Auszahlungsgebühren unterscheiden sich die Anbieter ebenfalls, und der Vergleich lohnt sich wegen der Beträge nicht, sondern wegen der Struktur. Bei bpremium hängen die Auszahlungsgebühren von der gewählten Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Wer eine günstige Auszahlung sucht, sollte also nicht nur die Gebührenliste des Anbieters lesen, sondern auch das Preisverzeichnis seiner Bank.
Ein Punkt, der in Vergleichen selten steht, aber zur Sache gehört: Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, nach § 6b Abs. 6 und 7 GlüStV. Für die Frage, ob ein Anbieter sein Geld wert ist, ist das relevanter als die Frage, wer den Steuerabschlag trägt.
Wenn neben dem Steuervergleich noch ein Gerichtsverfahren läuft
Der Steuervergleich hat eine rechtliche Nachbarschaft, die man kennen sollte, bevor man einen Anbieterwechsel mit Erstattungsansprüchen begründet.
Der Bundesgerichtshof hat dem Gerichtshof der Europäischen Union am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. In dem Verfahren fordert der Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Ein Generalanwalt des EuGH hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Schlussanträge sind keine Entscheidung, und niemandem ist eine Erstattung zugesichert.
Warum das in einen Steuerartikel gehört: Wer bei einem Anbieter außerhalb des deutschen Erlaubnisrahmens spielt, spielt bei einem Veranstalter, dessen Verträge zivilrechtlich angreifbar sein können — während ein Anbieter auf der Whitelist die Erlaubnis hat, die das ganze Verfahren überhaupt erst zum Streitfall macht. Die Steuerfrage ist bei einer solchen Abwägung zweitrangig, weil sie Beträge betrifft, die klein sind gegen das Risiko, eine Verlustsumme nicht wiederzusehen und keinen deutschen Rechtsweg zur Hand zu haben.
Hinzu kommt der regulatorische Rahmen: Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt, „wie etwa Platincasino“. Das Veranstalten von Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV; das Verhältnis ist empfindlich, und die Aufsicht spricht es offen aus.
Strafrechtlich gilt: Das Veranstalten ohne Erlaubnis ist nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitstrafe oder Geldstrafe belegt, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht festgestellt — daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatik. Die Durchsetzung läuft über Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzsperren nach § 9 GlüStV.
Und die unangenehmste Konsequenz für einen Spieler, der den Wechsel nur wegen der Steuer erwägt: Offshore-Angebote sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Wer dort spielt, hat keinen Zugriff auf das deutsche Sperrsystem und keine deutsche Aufsicht, die für ihn einschreitet — dafür höhere Limits, weil niemand die 1.000 € durchsetzt. Beides ist wahr, und beides gehört auf dieselbe Seite.
Die geprüften Anbieter im Vergleich: Was jeder mit der Steuer macht
Zehn Anbieter, alle mit Sporterlaubnis auf der Whitelist. Was sie unterscheidet, ist die Frage, wie sie es mit der Steuer halten — und wo sie es nicht sagen, sagt man besser nichts.
888sport: Großer Name, späte Steuer-Aussage
Hinter 888sport steht laut Whitelist der Halter 888 Germany Limited, die Sporterlaubnis wurde am 30.06.2021 erteilt, eine Folgeerlaubnis am 15.12.2022. Die Holding der Gruppe sitzt in Gibraltar, die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert — eine Kapitalmarktgeschichte, die für den Wettschein wenig bedeutet, für die Verlässlichkeit der Marke aber ein Datenpunkt ist.
Wie 888sport die Sportwettensteuer behandelt, geht aus den hier vorliegenden Angaben des Anbieters nicht hervor. Wer es wissen will, findet es in den wettbezogenen Bedingungen des Anbieters und am Wettschein. Das ist keine Ausrede, sondern die einzige belastbare Quelle — und genau die Stelle, an der sich zeigt, ob ein Anbieter die Abgabe ausweist oder in die Quote rechnet. Wer sich für 888sport interessiert, sollte vor der ersten Einzahlung auf den Wettschein sehen und nicht auf die Startseite.
Bemerkenswert bleibt die Konstellation: Ein Anbieter mit internationaler Holding, die bereits zwei Jahrzehnte an einer großen Börse notiert ist, führt in Deutschland ein Geschäft, das an dieselben Regeln gebunden ist wie der kleinste Whitelist-Anbieter. Die Größe der Gruppe ändert nichts am Einzahlungslimit und nichts an der Verifikationspflicht.
Betano: Halter mit Sitz in San Giljan, früher Markteintritt
Betano läuft auf der Whitelist unter der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, Erlaubnis seit dem 19.02.2021, Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Damit gehört Betano zu den Anbietern, die in der ersten Welle nach dem Start des GlüStV 2021 dabei waren — und zu den wenigen, deren Halter nicht in Gzira sitzt, was für den Spieler wenig relevant, für die Zuordnung auf der Liste aber eindeutig ist.
Zur steuerlichen Behandlung des Einsatzes oder der Auszahlung findet sich in den eigenen Angaben des Anbieters nichts Belastbares. Die praktische Konsequenz ist dieselbe wie bei allen Anbietern mit dieser Lücke: Ein Testwettschein mit kleinem Einsatz klärt in zwei Minuten, ob eine Steuerzeile erscheint oder nicht. Ein Betrag von 5 € auf eine Quote um 2,00 genügt, um den Rechenweg eines Anbieters zu erkennen, und er ist billiger als jede Recherche.
Betano ist im deutschen Vergleich ein Anbieter ohne erkennbare steuerliche Besonderheit. Wer ihn prüft, prüft damit vor allem die Frage, ob sein Programm die Märkte führt, auf die man spielen will — und nicht die Frage, ob hier eine günstigere Abgabe zu holen ist.
Tiptorro: Die App als Verkaufsargument, ohne Steuerprofile im Vordergrund
Tiptorro wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich dort als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Diese Selbstdarstellung deckt sich mit der Whitelist, die für die Domain den Halter Torro Tec Limited führt, Erlaubnis seit dem 30.06.2021, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Die Steuer ist offenbar nicht das Verkaufsargument dieses Anbieters — in den Angaben des Anbieters findet sich keine Aussage dazu, wie sie abgerechnet wird. Wer Tiptorro vor allem wegen der App-Registrierung ins Auge fasst, sollte bedenken, dass die App-Bequemlichkeit nichts an der Bezugsgröße der Steuer ändert: Wer über das Telefon einsteigt, landet am selben Wettschein wie ein Browser-Nutzer.
Was Tiptorro im Feld der zehn Anbieter unterscheidet, ist die Rolle des Unternehmens als eigener Veranstalter mit direkter Ansprache über eine eigene App — nicht ein Steuervorteil. Wer den Steuerweg vergleicht, hat hier also keinen Ansatzpunkt, sondern allenfalls einen Anbieter, der weiter zu prüfen ist.
LeoVegas: Später Markteintritt, getrennte Erlaubnis für Automatenspiele
Für LeoVegas führt die Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die Reihenfolge ist ungewöhnlich: Erst kam das Automatenspiel, dann der Sport. Das ist ein hübsches Detail, weil es zeigt, dass die zwei Erlaubnisse tatsächlich getrennt erteilt werden.
Genau hier liegt die praktische Lehre für den Nutzer dieser Seite: Die Erlaubnis für Automatenspiele sagt nichts über den Sportwettenbereich und umgekehrt. Ein Anbieter kann im Casino lange zugelassen sein und im Sport ein Neuling — und umgekehrt. Ein Casino-Limit ist kein Sportwetten-Limit, ein Casino-Regelwerk ist kein Sportwetten-Regelwerk.
Zur steuerlichen Behandlung des Wettscheins bei LeoVegas findet sich in den Angaben des Anbieters kein Beleg. Der späte Markteintritt im Sport legt nahe, dass die steuerliche Aufbereitung nicht das Instrument ist, mit dem dieser Anbieter Kunden gewinnen will — für einen Spieler, der den Abschlag sucht, ist das kein Nachteil, weil Kein-Abschlag-versprechen und Abschlag an anderer Stelle oft dasselbe sind.
AdmiralBet: Eine der ältesten Sporterlaubnisse im Feld
AdmiralBet läuft unter der Greentube Betting Malta Limited, Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020 mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und vom 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Damit gehört der Halter zur ersten Gruppe, die überhaupt Sportwetten in Deutschland veranstalten durfte — und zu den wenigen mit einer zweiten Folgeerlaubnis im Sport.
Was diese zweite Folgeerlaubnis zeigt, ist kein Steuervorteil, sondern eine Verwaltungsgeschichte: Ein Anbieter, der seine Erlaubnisse pflegt, weil er über Jahre im Markt bleiben will. Das ist der Kontext, in dem man einen Blick auf die Steuerausweisung werfen sollte — bei einem Anbieter, der so lange im regulierten Markt ist, hat sich eine Position eingeschliffen, und die lässt sich am Wettschein ablesen.
Ob AdmiralBet die Steuer ausweist, übernimmt oder in die Quote rechnet, geben die hier vorliegenden Angaben des Anbieters nicht her. Der lange Zeitraum der Erlaubnis macht die Frage aber lohnend: Wer seit 2020 im System ist, hat die Umstellung der Steuerpraxis nach dem Start des GlüStV 2021 miterlebt und kann Auskunft geben — in seinen Bedingungen, nicht im Werbetext.
bpremium: Wo die Steuer kein Thema ist, das Gebühren aber schon
bpremium steht auf der Whitelist unter der Ladbrokes (Deutschland) Limited, Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Der Halter ist eine der bekanntesten Strukturen im Feld, was für den Spieler eine Verschiebung in der Frage bedeutet, die er sich stellen sollte: nicht „wie rechnet der Anbieter die Steuer“, sondern „was kostet der Anbieter rund um die Wette“.
Hier hat bpremium eine präzise Auskunft gegeben. Die Auszahlungsgebühren bei bpremium hängen von der gewählten Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Das ist eine ehrliche Formulierung, weil sie die Gebühr nicht dem Anbieter zuschreibt: Für eine Überweisung innerhalb Deutschlands zahlt man, was die Bank ohnehin verlangt.
Zur Sportwettensteuer findet sich bei bpremium in den vorliegenden Angaben nichts. Wer den vollständigen Kostenvorteil prüfen will, muss also zwei Dinge zusammensetzen: die Steuerausweisung des Anbieters auf dem Wettschein und das Preisverzeichnis der eigenen Bank bei der Auszahlung. Die zweite Größe steuert niemand, der hier liest, die erste immer.
NEO.bet: Die Steuerfrage bleibt hier wirklich offen
NEO.bet wird auf der Whitelist unter der Greenvest Betting Limited geführt, Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Die konkrete steuerliche Handhabung lässt sich in den Wettregeln oder den AGB des Anbieters nachlesen.
Was ein Spieler in dieser Situation tun kann, ist genau das, was ein Anbieterwechsel in zwei Minuten zeigt: eine Wette über einen kleinen Betrag prüfen und die Quotenstellung mit der des direkten Mitbewerbers auf dasselbe Spiel vergleichen. Der Vergleich ist informativer als jede Steuerzeile, weil er den Gesamtpreis misst statt eines einzelnen Postens.
NEO.bet fällt in dieser Runde durch etwas anderes auf: Er ist einer der Anbieter, deren Name auf der Liste ohne auffälliges Zusatzmerkmal steht. Das ist weder gut noch schlecht, sondern schlicht die Ausgangslage — und eine Einladung, den Anbieter an seinen Konditionen zu messen und nicht an seiner Steuerzeile.
Sportingbet: Der Anbieter, der seine Steuerregel nennt
Sportingbet ist der einzige Anbieter im Feld, dessen steuerliche Behandlung sich aus den eigenen Wettregeln klar benennen lässt: Laut diesen nennt Sportingbet eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes, und bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns (Einsatz mal Quote) vom Gewinn ein.
Zwei Dinge sind daran bemerkenswert. Erstens der Ansatzpunkt: Die Steuer hängt am Gewinn, nicht am Einsatz. Wer verliert, zahlt keinen Abschlag — was den Anbieter für Spieler mit vielen Fehlschlägen billiger macht und für Spieler mit hoher Trefferquote teurer. Zweitens die Formulierung: Von „5 % des Wetteinsatzes“ zu sprechen, während die Bemessungsgrundlage nach § 17 die um die Steuer verminderte Größe ist, ist die gängige Kurzform der Branche und keine exakte Wiedergabe des Gesetzes. Für den Spieler ist der Gewinnabzug die Zeile, die zählt.
Der Sprung von den 5,3 % auf die hier genannten 5 % ist dabei keine Ungenauigkeit, die einem zum Vorwurf wird: Es sind zwei verschiedene Rechenwege mit zwei verschiedenen Bezugsgrößen, und wer den Hausanteil kennt, weiß, dass beide Zahlen in der Praxis nahe beieinanderliegen. Entscheidend ist nicht der Satz, sondern die Stelle.
Sportwetten.de: Vollständige Kostenübersicht bei den Einzahlungen
Sportwetten.de läuft unter der NetX Betting Limited, Sporterlaubnis seit dem 19.11.2020, Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Anbieter fällt im Feld durch die vollständigste Zahlungsübersicht auf, die in den vorliegenden Angaben steht: Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte mit Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash — für alle ist keine Gebühr und sofortige Bearbeitung angegeben, mit einem Mindestbetrag von 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.
Diese Transparenz ist der Grund, warum der Anbieter gerade für Spieler mit kleinerem Budget interessant ist — die Zahl der Wege, auf denen man Geld einzahlen kann, ohne dass der Anbieter dafür eine Gebühr nimmt, ist hier am größten im Feld. Der Mindestbetrag von 10,00 € bei den drei genannten Methoden bleibt dabei die Untergrenze: Wer kleinere Beträge bewegen will, braucht eine der anderen Zahlungswege.
Was die Steuer betrifft, findet sich in den Angaben des Anbieters keine Aussage, die man zitieren könnte. Wer hier einsteigen will, prüft den Wettschein — und kann parallel die Zahlungswege nutzen, die keine Gebühr kosten. Diese Kombination ist die eigentliche Anfangsrechnung des Anbieters: der Einsatz, den man abgibt, zuzüglich der Steuerausweisung, die sich am Wettschein zeigt.
bwin: Große Marke, kein Steuerbekenntnis in den vorliegenden Angaben
bwin steht auf der Whitelist unter der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Die Marke gehört zu den bekanntesten in Deutschland, und wer sie wählt, wählt eine Erlaubnis, die seit dem ersten Erteilungsschub besteht.
Wie bwin mit der Sportwettensteuer umgeht, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht sagen. Das ist bei einer Marke dieser Größe überraschend, weil die steuerliche Aufbereitung in der Wahrnehmung der meisten Spieler eher bei kleineren Anbietern als Verkaufsargument benutzt wird — und weil ein bekannter Name die Frage nicht wichtiger macht, aber auch nicht weniger sichtbar.
Was für bwin im Steuervergleich spricht, ist die Kombination aus langer Erlaubnishistorie und großer Marktabdeckung: Die Wahrscheinlichkeit, dass bei diesem Anbieter ein weitgehend vollständiges Sportwettprogramm zu finden ist, ist höher als bei einem Spezialanbieter. Der Preis dafür ist, dass ein Abschlag, wo er liegt, zwischen mehr Märkten schwerer zu entdecken ist.
Was aus all dem für den Spieler folgt
Es gibt keinen Anbieter, der die Sportwettensteuer nicht zahlt. Wer das als Ergebnis akzeptiert, kann aufhören, in Steuerlisten zu suchen, und mit der Frage anfangen, die tatsächlich Geld bewegt: an welcher Stelle der Anbieter den Abschlag ansetzt und wie sich das mit meinem Spielverhalten verträgt.
Die praktisch interessanteste Unterscheidung ist deshalb nicht „mit Steuer“ gegen „ohne Steuer“, sondern Einsatz, Quote oder Gewinn. Ein Abzug im Einsatz trifft jede Wette, ist aber sofort sichtbar. Ein Abschlag in der Quote trifft jede Wette und ist nur im Vergleich sichtbar — der Nachteil überwiegt für jeden, der Preise nicht täglich prüft. Ein Abzug im Gewinn trifft nur die Treffer, was auf den ersten Blick freundlich aussieht und im langen Mittel das gleiche kostet.
Die zweite Unterscheidung betrifft das Budget. Wer bei 1.000 € Einzahlungslimit im Monat spielt, für den sind 5 % auf einen einzelnen Einsatz ein Detail. Wer höhere Einsätze gewohnt ist und sich gegen die deutschen Limits entscheidet, für den wird das Steuerthema kleiner und das Risiko größer, weil er dafür den Rechtsschutz, die Sperrsysteme und den Auszahlungsschutz verliert. Das ist kein moralisches Argument, sondern eine Bilanz.
Und die dritte Unterscheidung betrifft die Information selbst. Fast kein Anbieter schreibt die Rechenweise der Steuer in die Anzeige. Betway zeigt sie auf dem Wettschein, Sportingbet in seinen Wettregeln, Interwetten in den AGB, Wettarena in den spielrelevanten Informationen, ODDSET in der Beschreibung seiner Auszahlung. Diese fünf Stellen decken fünf verschiedene Konstruktionen ab. Wer sie kennt, liest jeden weiteren Anbieter mit einem geschärften Blick.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland?
Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Gesetzgeber als „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ definiert. Auf den tatsächlich eingezahlten Betrag umgerechnet sind das rund 5,03 %. Die Angabe „5,3 % des Einsatzes“, die in vielen Ratgebern steht, ist deshalb zu hoch angesetzt und gibt die gesetzliche Bezugsgröße nicht richtig wieder.
Wer schuldet die Steuer — der Anbieter oder der Spieler?
Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Mensch, der den Wettschein abgibt. Genau dieser Umstand ist die Grundlage aller Werbung mit Steuerfreiheit: dass der Spieler nicht der Schuldner ist, war rechtlich nie anders. Ob und wie der Anbieter die Abgabe an den Spieler weiterreicht, entscheidet er selbst.
Was bedeutet „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
In aller Regel, dass der Anbieter die Steuer in seine Quotenstellung einkalkuliert hat. Die Abgabe verschwindet damit nicht; sie wechselt die Station. Bei einem Abschlag von 5,3 % auf die Auszahlung sinkt die Rückzahlung auf eine Wette mit Quote 2,00 von 200 € auf rund 189,40 €, wenn man den Abschlag auf die gesamte Auszahlung anwendet.
Wie viel bleibt übrig, wenn der Anbieter 5,3 % auf den Gewinn abzieht?
Bei 100 € Einsatz auf Quote 2,00 beträgt der Bruttogewinn 200 € und der Gewinn ohne Abschlag 100 €. Ein Abschlag von 5,3 % auf die Auszahlung lässt rund 189,40 € übrig; der Gewinn schrumpft auf etwa 89,40 €. Die Reduktion liegt damit bei rund 10,60 % des Gewinns — deutlich mehr, als die beworbenen 5,3 % vermuten lassen.
Warum gibt es Angebote ohne Steuer außerhalb des deutschen Systems?
Weil dort kein deutscher Veranstalter und keine deutsche Abgabepflicht besteht. Solche Seiten haben keine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder; das Veranstalten von Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Dafür fehlen dort OASIS, LUGAS und jede deutsche Aufsicht, die für einen Spieler einschreitet.
Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?
Seit dem 1. Juli 2012. Die Einnahmen daraus lagen 2013 bei 189 Millionen Euro und 2023 bei 409 Millionen Euro, nach einem Rückgang von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr und einem Zuwachs von 116,8 % gegenüber 2013. Die Abgabe trifft jede Wette unabhängig davon, ob sie gewonnen wird.
Lizenz – Golfwetten
Inhalt erstellt vom Team «Golfwetten»
